27 Prozent

Könnte der Alkoholgehalt des regionalgetränks „Poncha“ sein. Keine Ahnung, ob das so ist, aber um Poncha soll es hier auch nicht gehen.

Nachdem wir unseren Tee in Arco de Sao Jorge ausgetrunken hatten, ging es weiter die Küstenstraße Richtung Osten entlang bis wir plötzlich vor einem Sackgassenschild auf der Hauptstraße standen. Nach Links ging es Richtung Küste zu einem Aussichtspunkt. Rechts ging es eine ziemlich schmale Dorfstraße steil berauf. Ein Blick auf die Karte: Zurück würde einen riesiegen Umweg bedeuten… Dann hätte auch viele km vorher schon ein Sackgassenschild stehen müssen – wir hatten aber keines gesehen.

Wir ignorierten erst einmal das Sackgassenschild und landeten an einer Baustelle. Weiterkommen tatsächlich unmöglich. Eine Seitenstraße probierten wir auch noch aus – ebenfalls ohne Erfolg. Zurück an der Kreuzung mit dem Sackgassenschild entdeckten ich das Schild „Funchal“, dass in Richtung der steilen Dorfstraße zeigte. Naja, wenn die das Schild da hin stellen…

Also hinein in die Straße. Dass da ein Schild mit Hinweis auf 27 % Gefälle stand, habe ich zwar zur Kenntnis genommen, dem aber erst einmal keine übermäßige Bedeutung beigemessen. Da irgendwie das ganze Dorf seinen Sonntagsspaziergang die Straße hinauf machte, musste ich anhalten (bremsen war nicht notwendig 😉 ) Das Navi meinte schon „Sie befinden sich in einer Sackgasse.“ Aber wenden war nicht. Also fuhr ich an – oder so. Anfahren am Berg. Naja. Runter von der Kupplung – Gas – Vollgas. Nicht wirklich viel passierte. Kurzer Gedanke: „Hast Du den 3. Gang drin?“ „Kann nicht sein – dann wäre jetzt der Motor aus.“ Meine Beifahrerin meinte: „Gib Gas“, was ich mit „Ich geb schon Vollgas.“ beantwortete. Allmählich krochen wir nach oben bis zu einer Ampel, die auf Rot stand.

2011 09 04 1713a

Das Navi zeigte längst das Bild an: „Sie befinden sich außerhalb des bekannten Straßensystems.“ (Die Straße ist offensichtlich extra gebaut worden um die Bauarbeiten zu ermöglichen.) Meine Überlegung: „Na wenn die uns hier lang schicken, muss das funktionieren.“ Mittlerweile kamen uns 3 Fahrzeuge entgegen. Der erste hielt auch 30 Meter hinter mir an und trat gegen seine Reifen… *Schluck*

Das muss funktionieren. Ich war irgendwie glücklich, der erste in der Schlange zu sein, denn ich hatte den Entschluss gefasst: „Bis Du oben bist, hälst Du nicht noch einmal an!“ Das habe ich zum Glück auch umgesetzt. War aber nicht einfach, denn teilweise sah man durch die Winkel erst 3 bis 4 Meter vor der Kurve, in welche Richtung es weiter gehen sollte. Aber bei einer Hand voll km/h im ersten Gang zu schaffen.

Auf den Hängen beobachtete die Dorfbevölkerung fasziniert die Szenerie. Oben angekommen musste ich noch zurücksetzen um überhaupt auf die reguläre Straße zu kommen. (enge Kurve.) Ich möchte aber betonenen, dass die Jungs ordentliche Arbeit geleistet haben und den Beton mit Rillen versehen hatten.

Etwas weiter, gab es dann auch einen tollen Ausblick und einen Obststand.

2011 09 04 1717a 2011 09 04 1718a

Auf dem Foto erahnt man die Strecke. Vom Unteren Level zum sichtbaren Pateau – um den Kran rundherum…

2011 09 04 1722a 2011 09 04 1724a

An der Aussichtsplattform gab es Obststände. War lecker und eutlich günstiger als auf dem Markt in Funchal.

Ein Gedanke zu “27 Prozent

  1. Vielen dank lieber René,

    Du hast meinen Montagmorgen gerettet. Ich habe herzlich gelacht. Bin aber froh, dass Du es unversehrt geschafft hast. LG

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.