Ankunft und Hochzeit in Malaysia

Schon vor ein paar Monaten habe ich für meinen Flug nach Neuseeland einen Stopover in Kuala Lumpur geplant und gebucht. Damals hätte ich nicht zu träumen gewagt, dass ich in KL auf eine Hochzeit eingeladen werde. Aber manchmal passieren wunderbare Dinge. Aber ich fange mal vorne an.

Letzten Sommer hatte ich eine Couchsurferin aus Hongkong zu Gast – Peo. Wir blieben in Kontakt und als ich ihr schrieb, dass ich über KL fliege, meinte sie: vielleicht sehen wir uns. Später kam dann die Frage, ob ich sie zu einer Hochzeit begleiten möchte. Dass sie die Braut beim Studium in England kennengelernt hatte sei mal am Rande erwähnt.

Auf meine Frage nach dem Dresscode bekam ich ein „You don´t need a tie.“ als Antwort. Also hab ich mir mal eine schwarze Jeans und und ein kurzärmeliges Hemd eingepackt. Im Flieger las ich dann mal gemütlich ein paar Grundinformationen zu Malaysia. Kurzärmelige Hemden werden als Verfall der Sitten angesehen. Glückwunsch René. Meine „Banknachbarin bestätigte mir das dann auch gleich mal. Erste Aufgabe in KL war also (nach erreichen des Hotels) mir ein langärmelges Hemd zuzulegen.

Die Nacht war ausgefallen (Ankunft in KL: nach deutscher Zeit 23:00 nach Ortszeit: 07:00) Im Hotel gönnte ich mir 1 1/2 Stunden Schlaf. gefühlt zwischen 02:30 und 04:00 Uhr. Danach ging es zum Shopping.

Klingt leicht. Klamotten git es jede Menge. Die Rezeption schickte mich ins Kaufhaus Sogo. Hölle. Ausverkauf ist ja in Deutschland schon mit Hektik und Gruppenkuscheln verbunden – aber hier? Ohne Worte. Die ersten Anproberversuche gingen völlig fehl. Hier brauche ich eine XXL, damit es nicht doch wieder Kurzarm wird. 😉 Doch davon gibt es nicht viele – und die, die es gibt sind eher Zelte. Also XXL – slim. Davon habe ich nach einer guten Stunde im Kaufhaus dann mal eines gefunden. Das war dann natürlich eher kein Schnäppchen. Aber was soll´s! Hurra! (Nebenbei: Zwischendurch sorgte der Jetlag dafür, dass ich das Gefühl hatte, dass Kaufhaus würde schwanken.)

Zurück im Hotel war die zweite Dusche des Tages fällig. Und dann per Taxi zur Hochzeit. Was erheblich länger brauchte, als erwartet. Aber die Hochzeitszeremonie begannn auch erst mit über einer halben Stunde Verspätung. Ich war angekündigt also wurde ich gleich mal vom Bruder des Bräutigams begrüßt.

Mein Plan war eigentlich, mich als Beobachtunger möglichst weit ich Hintergrund zu halten. Das gelang mir sowas von überhaupt nicht. Dafür gab es im Kern zwei Gründe:
Mit meiner Größe und Hautfarbe falle ich hier einfach auf. Zum Anderen: wenn man Sitten und Gebräuche nicht kennt und dabei noch zu höflich ist, irgendwelche Angebote, Fragen etc. abzulehnen…

Aber zum Anfang. In einem großen Raum war alles festlich geschmückt und eine Menge Geschenke (getrennt nach Familien) aufgebaut. Braut und Brautvater saßen auf Stühlen – rechter Hand. Der Bräutigam wurde mehr oder weniger interviewt. (Ich versteh echt kein Malaysisch.)

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Was mich als erstes irritierte, waren die aufgebaute Videokamera + 4 Fotografen – die alles aber keinen Abstand warten. Ich fotografier ja in Deutschland selbst Hochzeiten – aber so nah war ich nie. Dann hörte ich irgendwo eine Whats App eintrudeln und schaltete erstmal mein Telefon still – womit ich eher zur Minderheit gehörte. Generell tippte eigentlich jeder zweite auf Telefon oder Tablet rum. Alles aus europäischer Sicht eher lebendig als formal.

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Dann wurde wohl die Vermählung ausgesprochen. Ringe tauschen gab es auch. Einen Kuss habe ich nicht beobachtet. Aber zu uns wurde inzwischen ein Verwandter gesandt, der uns alles erklärte. Also hatte ich nicht alles im Blick – verstand aber mehr, was eigentlich passierte.

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Dann wurden die Geschenke in die Mitte geräumt und fotografiert. Als ich versuchte, sie aus der Ferne zu fotografieren, forderte der Mann mit dem Mikrofon mich auf, doch näher für das Foto zu kommen. (Ober er die Wirkung von Weitwinkeln kannte, hab ich nicht erfragt.) Der Aufforderung konnte ich mich nicht verschließen.

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Dann wurden die Geschenke an die jeweils andere Seite gräumt. (Habe erfragt, dass sie am Ende beim Brautpaar ankommen. – naja, offensichtlich fast alle. ;- )) Inzwischen (seit dem Ringtausch) saß das Brautpaat zusammen mittig und nahm Glückwünsche entgegen (Blütenblätter wurden in die Hände gelegt und mit Wasser besprüht.) Unser Dolmetscher meinte, dass würden jetzt aber nicht alle machen (er schonmal nicht) nur die Älteren und Ehrengäste. Naja. Ihr könnt es Euch vielleicht schon denken. Wir schienen in letztere Kategorie zu gehören und wurden in die Schlange der Gratulanten gebeten. Nur gut, dass die Braut uns noch ein paar Verhaltenstipps gab. 😉 (Das Foto davon hab ich später auf einer Leinwand (Beamer) gesehen. Will ich haben. Muss mal nachfragen.)

 

Jeder Gratulant bekam dann auch eine Blume mit angehangenem Ei. (gekocht) (Randnotiz: Diesen Teil schreibe ich gerade am Flughafen in KL und hab eines davon grad gegessen.)

Anschließend durften sich die Gäste im großen Saal am Buffet laben.

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Später kam dann der Einzug des Brautpares mit Trommeln und Gefolge in den großen Saal (inzwischen umgezogen – aber eigentlich hatte sich nur die Farbe geändert). Man bat uns, uns ins Gefolge einzureihen. Gut. Nur endete der Zug auf der Bühne und es folgte das formelle Essen des Brautpaares und 6 Ehrengästen. Eigentlich sitzen da wohl auch die Eltern. Nur hatte irgendwer entschieden, dass es heute die Freunde sein sollten. Wie wir auf die Bühne gerieten lässt sich nicht mehr so ganz nachvollziehen. Die Braut erkannte wohl unsere Verwirrung und beruhigte uns… Ihre Worte waren in etwa: You will have to tell a lot at home“ – mit einem sehr gewinnenden Lächeln.

Dann gab es noch eine Kuchenteller – Tombola, bei der wir zum Glück nix gewannen – keine Ahnung, was ich mit einer Packung Waschmittel oder so gemacht hätte.

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Zurück wurde ich gefahren, denn den Taxis in KL traut eigentlich niemand, wie ich erfahren habe.

Ein erlebnisweicher Tag. Dank Jetlag viel ich trotzdem ziemlich direkt in einen tiefen Schlaf.

4 Gedanken zu „Ankunft und Hochzeit in Malaysia

  1. Dem kan ich mich nur Anschließen. Alles Gute auf dem Trip deines Lebens.

    Achso: Ein gesundes neues Jahr wüsnchen die Stedolilis

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